Taglöhnerhäuschen Denkingen

Der Geschichts- und Heimatverein Denkingen dem dieses winzige Gebäude gehört, hat das Haus mit viel Engagement und mit Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer:innen restauriert. Dabei wurde darauf geachtet, so viele alte Materialien wie möglich wiederzuverwenden.

Taglöhnerhäuschen Denkingen
Foto: Erlebe Erbe

Heute kümmert sich der Verein um das Gebäude und möchte die Geschichte dieses Hauses weiter erzählen.

Beim Tag des offenen Denkmals hat uns die Vorsitzende, Frau Otto, während einer Führung durch das Haus die Geschichte des Gebäudes erzählt. Wir konnten in jede Ecke schauen und uns alles genau ansehen.

Das Haus ist auf das Jahr 1753 datiert. Eine dendrochronologische Untersuchung* wurde durchgeführt und bestätigt dieses Datum. Im Jahr 1834 wurde das Haus um eine kleine Scheune erweitert. Auf dem Bild sieht man rechts das ursprüngliche Haus und links die später angebaute Scheune.

Taglöhnerhäuschen Denkingen
Foto: Erlebe Erbe

Früher haben in diesem Haus Tagelöhner gewohnt. Tagelöhner besaßen in der Regel kein eigenes Land und hatten keinen erlernten Beruf. Sie arbeiteten dort, wo sie gebraucht wurden, und wurden für ihre tägliche Arbeit bezahlt. Das erklärt auch, warum das Haus so klein und einfach gebaut ist.

Im Haus gibt es viele interessante Details. An verschiedenen Stellen befinden sich kleine Schauluken, durch die man in das Gebäude blicken und seine Konstruktion ansehen kann.

Im Obergeschoss kann man in die Decke hineinschauen und die natürliche Dämmung aus Lehm und Getreide sehen. Auch die kleinen Löcher in den Holzbalken sind noch sichtbar. Sie wurden für die dendrochronologische Untersuchung gemacht.

Taglöhnerhäuschen Denkingen
Foto: Erlebe Erbe

Es sind solche kleinen Details, die zeigen, wie viel Geschichte in diesem Haus steckt.

Im Haus sind außerdem alte Geräte und Werkzeuge zu sehen. Man kann zum Beispiel erfahren, wie früher Butter gemacht oder Wäsche gewaschen wurde.

Taglöhnerhäuschen Denkingen
Foto: Erlebe Erbe

Der letzte Bewohner des Hauses lebte dort bis 1998 - auf sehr kleinem Raum. Es gab eine kleine Küche, eine Stube und ein Schlafzimmer. Alle Räume sind sehr klein. Einen eigenen Raum für ein WC gab es nicht.

Heute ist das kaum vorstellbar.

In München stehen heute jeder Person im Durchschnitt rund 41 m² Wohnfläche zur Verfügung. Wir leben mit viel mehr Platz und Komfort. Möbel, Geräte und viele andere Dinge gehören ganz selbstverständlich zu unserem Alltag.

Aber wie wäre es, mit weniger zu leben? Wenn ihr heute in diesem kleinen Haus leben würdet - was würdet ihr vermissen, und worauf könntet ihr vielleicht verzichten?

Vielen Dank an den Geschichts- und Heimatverein, der sich um dieses Haus kümmern und es für Besucher:innen öffnet. Der Verein bewahrt damit nicht nur ein altes Gebäude, sondern auch die Geschichte der Menschen, die dort gelebt haben.





Fachplanung und Handwerk

Die Übersicht wird derzeit ergänzt. Weitere Informationen folgen.